
Brand an Starlink-Basisstation in Polen – Internetverbindungen in Polen und Ukraine bedroht

An der Basisstation des Satellitennetzwerks Starlink im polnischen Wola Krobowska ist es zu einem Brand gekommen. Wie der polnische Rundfunksender RMF berichtete, sei das Feuer am späten Abend des 23. September an einer Antenne ausgebrochen und habe einen Generator beschädigt. Der Stationsbetreiber alarmierte die Feuerwehr, die kurz darauf den Brand löschte.
Mitarbeiter der Polizei besichtigten den Ort des Brandes. Auch der polnische Inlandsgeheimdienst ABW wurde über den Vorfall informiert. Die genaue Brandursache konnte bislang nicht ermittelt werden. Behörden zufolge komme sowohl Brandstiftung als auch ein Kurzschluss der Stromanlage infrage.
Die Starlink-Basisstation in dem rund 50 Kilometer südlich von Warschau gelegenen Ort ermöglicht gemeinsam mit ihrem Pendant in der Nähe des litauischen Kaunas laut Angaben von RMF den Internetzugang für große Teile Mittel- und Osteuropas.

In diesem Zusammehang äußerten zahlreiche polnische Politiker rasch den Verdacht "russischer Sabotage". Entsprechende Aussagen tätigten der stellvertretende Verteidigungsminister Cezary Tomczyk und Innenminister Marcin Kierwiński.
Polens Minister für Digitalisierung, Krzysztof Gawkowski, behauptete, dass zahlreiche Indizien für den Versuch einer vorsätzlichen Störung des Betriebs der Station sprechen würden. In einer Sendung des Fernsehkanals TVP Info verwies er darauf, dass die Station in Wola Krobowska vom staatlichen Telekommunikationsanbieter Exatel betrieben werde und unter anderem für den Internetverkehr in der Ukraine zuständig sei. Er merkte an, dass ein Ausfall der Station unter anderem Störungen im Betrieb von Geldautomaten verursachen könnte, und fügte hinzu:
"Manchmal ist uns nicht bewusst, dass ein solcher Telekommunikationssender bestimmt, ob es in einem bestimmten Teil Polens oder Europas, darunter der Ukraine, Internet gibt."
Zuvor hatte Polens Außenminister Radosław Sikorski im August bekannt gegeben, dass Warschau seit 2022 knapp 25.000 Starlink-Terminals für die Ukraine gekauft habe und rund 50 Millionen US-Dollar jährlich für deren Betrieb ausgebe. Im September kündigte der polnische Ministerpräsident Donald Tusk an, dass Polen plane, ein eigenes Pendant zum Starlink-System zu entwickeln, um in Sicherheitsfragen nicht von dem alleinigen Besitzer des Satellitennetzwerks abhängig zu sein.
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