Deutschland

Telegram-Propagandakanal: Deutsche Botschaft duldet üblen Antisemitismus

Die deutsche Botschaft in Moskau betreibt einen Telegram-Kanal, den sie für westliche Propaganda nutzt. "RT DE" hatte darüber bereits berichtet. In den Kommentaren auf diesem Kanal dulden die Betreiber nicht nur Hass und beleidigende Äußerungen gegen Russen, sondern offenbar auch astreinen Antisemitismus.
Telegram-Propagandakanal: Deutsche Botschaft duldet üblen AntisemitismusQuelle: Gettyimages.ru © Kay Nietfeld/picture alliance

Immer wieder gibt es Skandale um den Telegram-Kanal der deutschen Botschaft in Moskau. Offenbar sind den für seinen Betrieb verantwortlichen Diplomaten in den Kommentaren nicht nur hasserfüllte, volksverhetzende und beleidigende Äußerungen von sich dort massenweise herumtreibenden Ukrainern willkommen, sondern auch astreiner Antisemitismus.

Schon am frühen Nachmittag des 17. Juli postete ein Nutzer mit dem Nickname "Papa" unter einem Post, der den deutschen Außenminister Johann Wadephul (CDU) an der finnisch-russischen Grenze zeigt, einen Kommentar, der Beleidigungen gegen Russen mit antisemitischen Verschwörungstheorien verbindet. Unter anderem schrieb er auf Russisch: 

"Diese Grenze trennt nicht nur Finnland von Russland. Sondern trennt die Zivilisation von wilden Neandertalern! Sklaven und Freiheit! Das Downsyndrom von Intellekt!

Die Herde von Pithekantropen, denen die Synagoge jahrhundertelang eingeredet hat, dass der Westen Feind ist, und Moische Abramowitsch, Michelson, Rotenberg, Berl Lasar und Moische Schelomow – Verteidiger der russischen Welt (...) und keine Kolonie von Moischestan."

In ähnlich übler Weise geht es weiter, wir beschränken uns aber auf dieses Zitat, das einen hinreichenden Eindruck vermittelt. Neben Echtnamen von russischen Geschäftsleuten jüdischer Abstammung werden auch ausgedachte Namen russischer Politiker oder Namen ihrer Vorfahren angeführt, um den Eindruck zu vermitteln, Russland werde von Juden regiert – Allmachtsfantasien, die allgemein als antisemitisches Narrativ anerkannt sind.

Auch der Journalist Wladimir Solowjow, bekennender Jude, findet in der antisemitischen Tirade Erwähnung – als "Moische Solowjow". 

Knapp eine Stunde später, um 16.05 Uhr am Freitag, tagte ein anderer Nutzer den Admin des Botschaftskanals mit dem Hinweis auf die antisemitische Volksverhetzung an und schrieb auf Deutsch an den Admin: 

"Das hier ist klassischster Antisemitismus. Verschwörungstheoretische Behauptung, dass Juden alles steuern. Volksverhetzung und Beleidigung von Russen ist euch ja willkommen, da habe ich nicht die geringsten Illusionen. Aber antisemitische Hetze?"

Darauf reagierte "Papa" mit weiteren Verschwörungstheorien. Eine Reaktion des Hausherrn – der deutschen Botschaft – gab es dagegen nicht. Zur Stunde, 16.30 Uhr am Sonntag, zwei volle Tage später, ist das antisemitische und russenhassende Geschreibsel immer noch sichtbar.

Volksverhetzung steht sowohl in Deutschland wie in Russland unter Strafe.

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