Russland

Russischer Filmbund will Abgabe auf ausländische Filme

Bis zu 10 Prozent der Einnahmen aus dem Verleih ausländischer Filme sollen zur Refinanzierung des russischen Kinos einbehalten werden. Dies teilte der Regisseur Nikita Michalkow mit und bezeichnete es als eine Art "Eintrittskarte" zum russischen Filmmarkt.
Russischer Filmbund will Abgabe auf ausländische FilmeQuelle: Sputnik © RIA Nowosti / Alexandr Krjaschew

Der Oscar-Preisträger und Vorsitzende des russischen Bundes der Filmschaffenden, Nikita Michalkow, kündigte an, dass in Russland ein Prozentsatz der Einnahmen aus dem Verleih ausländischer Filme erhoben werden soll. Dieser soll zugunsten der Refinanzierung des heimischen Filmwesens verwendet werden.

Wie Michalkow auch erklärte, werden Experten aus dem Wirtschaftsbereich die Höhe dieser Abgabe festlegen. "Das wird eine große Hilfe für unser Kino sein, denn ein Prozentsatz der Einnahmen aus dem Kartenverkauf für ausländische Filme fließt in die Refinanzierung des heimischen Kinos", betonte Michalkow. "Außerdem wird das als eine Art Eintrittsgebühr für den russischen Markt erhoben – allein dafür, dass ein bestimmter ausländischer Film berücksichtigt und auf die Leinwand gebracht wird. Diese Praxis haben nicht wir erfunden, sie existiert beispielsweise in Frankreich und in China. Und das bedeutet keineswegs, dass wir keine ausländischen Filme mehr sehen werden."

Zudem setzt sich Michalkow konsequent für die Einführung von Quoten für ausländische Filme auf dem russischen Markt ein – ebenfalls nach dem Vorbild Chinas. Er ist der Ansicht, dass sich die Situation, in der Guy Ritchies Film "Der Dolmetscher" im Jahr 2023 offiziell in Russland in die Kinos kam, nicht wiederholen dürfe. Michalkow betont im Gespräch mit der Agentur TASS:

"Was bedeutet da eine Quote? Das ist kein Verbot. Es bedeutet, dass wir verantwortungsbewusst regulieren müssen, was auf die eine oder andere Weise auf unsere Bildschirme gelangt. Denn wenn in einem kriegführenden Land ein Film von Guy Ritchie gezeigt wird, in dem ein US-amerikanischer Offizier verherrlicht wird, der in Afghanistan eine ganze Menge seiner Gegner getötet hat […], und dieser Film wird noch von russischen Verleihern finanziert, deren Geld anschließend an die Produzenten zurückfließt, […] die Geheimdienstinformationen liefern und Waffen an diejenigen verkaufen, gegen die wir Krieg führen ‒ das ist nicht richtig. Das ist von Grund auf falsch."

Ein Gesetzentwurf zur Einführung von Quoten für ausländische Filme wird bereits ausgearbeitet, berichtet die Nachrichtenagentur TASS. Den entsprechenden Auftrag an das Kulturministerium hatte der russische Präsident Wladimir Putin bereits im März 2026 erteilt. Michalkow selbst hatte schon im Sommer 2025 vorgeschlagen, Quoten für amerikanische Filme einzuführen und eine Eintrittsgebühr von 5 Millionen Rubel für den Verleih westlicher Filme festzulegen.

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